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»Wenn Kirche zur Baustelle wird, …«

  • Veröffentlicht am: 26 May 2016
  • AutorIn: Julia Schönbeck

Schichtbeginn. Rohbau. Handwerkszeug. Abnahme und Versandt. Feierabend. 

Ein Tag in der Werkstatt. 

Unter dem Titel „Kirche im Umbau“ durften wir am Samstag auf dem Gelände der Firma Cordes Holzbau in Waffensen mit über 250 Christinnen und Christen zu Gast sein um gemeinsam bei einem Ökumenischen Werkstatt-Tag über Kirche als Baustelle nachzudenken. 

Die Dekanate Unterelbe, Bremerhaven, Bremen-Nord und Verden des Bistums Hildesheim hatten gemeinsam mit dem Sprengel Stade der Ev. Luth. Landeskirche Hannovers und in Zusammenarbeit mit der ökumenischen Bewegung Kirche² zu diesem Tag eingeladen. Viele engagierte Ehren- und Hauptamtliche aus der Region waren beteiligt: In Erzählzelten und an Ständen berichteten sie von ihrer Arbeit, ihren Ideen und Projekten und teilten dabei inspirierende und ermutigende Erfahrungen. 

Über 20 Gemeinden und Initiativen kamen zusammen und boten ein buntes und vielfältiges Angebot. Diese Vielfalt an Erzählzelten und Ständen, Aktionen und Foren und der musikalischen Gestaltung hat den Werkstatt-Tag zu einem besonderen lokalen Kongress gemacht. Sie hat gezeigt, welche großartige Arbeit vor Ort bereits geleistet wird, was bereits entsteht. Durch die Zusammenarbeit in einem so großen Team konnte den Teilnehmern eine bunte Mischung an Handwerkszeug mit an die Hand gegeben werden. 

Die Werkstatt war für diesen lokalen Kongress mehr als ein bloßer Veranstaltungsort. Sie hat ihn maßgeblich geprägt und eine außergewöhnliche Atmosphäre geschaffen. Der Duft nach frischem Holz, der Klang der Kreissäge und die Säge- und Segensspäne unter den Füßen. Es bleiben die besonderen Bilder im Kopf. Einige davon haben wir festgehalten. 

#Werkstatttag

Der Seniorchef der Holzbaufirma und Gastgeber des Tages Heinrich Cordes begrüßte die Teilnehmenden auf dem Gelände. Es sei ganz einfach, „die Kirche muss mit der Zeit gehen oder die Kirche geht mit der Zeit.“, stellte Cordes fest und erklärte, ein Tag wie dieser würde zeigen, dass die Kirche sich einlasse auf neue Formen wie es auch in einem Handwerksbetrieb immer wieder geschehen müsse. 

In zwei Foren wurden die ersten Ideen und Gedanken vertieft. Beim „Rohbau“ verband Prof. Dr. Klara Butting biblische Einsichten mit aktuellen Erfahrungen zum Thema „Wenn der Herr das Haus baut“ und stellte dabei gesondert auch die interreligiöse Vielfalt eben dieses Hauses dar: „All diejenigen unter uns, die sagen, der Islam gehört nicht zu Deutschland, werden sich noch wundern, denn zu Gott gehören auch Musliminnen und Muslime.“ 

In einem zweiten Forum zum Thema „Wegen Umbau geöffnet“ sprach Dr. Christian Hennecke von der Kirche als Baustelle. Dieses Bild steht dabei nicht nur für Renovierungsprozesse im eigentlichen Sinne sondern auch für die vielen Formen von Rückbau, Umbau und Aufbau im Bereich von Ehren- und Hauptamtlichkeit, Leitung, Kooperation und Fusion oder neuen Gottesdienstformen und Liturgien. 

Beim ökumenischen Abschlussgottesdienst mit Sendung unter dem Titel „Abnahme und Versandt“, wurden die vielen Inspirationen und Gedanken des Tages noch einmal aufgegriffen. „Wenn Kirche zur Baustelle wird, dann brauchen wir Sie und Euch“. Nur wenn jeder und jede seine Fähigkeiten einbringt, kann ein solches Bauvorhaben „Kirche“ funktionieren, denn dazu braucht es die unterschiedlichsten Werkzeuge, die sich gegenseitig ergänzen. Das Fundament dafür, so stellte Sandra Bils in ihrer Predigt heraus, wurde dafür schon vor 2000 Jahren gelegt. 

 

Auf Storify haben die Rückblicke und Gedanken zusammengetragen, die vor, während und nach dem Werkstatt-Tag in den Sozialen Netzwerken miteinander geteilt wurden.

Orientierung: 

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