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Social und Media

  • Veröffentlicht am: 25 February 2013
  • AutorIn: Maria Herrmann

»Ich kann mir das nicht so richtig vorstellen.« Wenige Wochen vor dem Kongress saßen ein Teil der Organisatoren zusammen mit den beiden Moderatoren Nora Steen und Matthias Brodowy zusammen und ich erklärte, was ich so plante mit diesen Social Media. »Du meinst das funktioniert?« und »Was wird da passieren?«. 

Es funktionierte besser und passierte mehr als ich geplant hatte und als wir uns gemeinsam vorstellen konnten: Ungefähr 2.000 Tweets und auf Facebook ca. 10.000 erreichte Profile, sind nur in Ansätzen Richtwerte dessen, was unsere Community im Laufe der 3 Kongresstage im Social Web auf die Beine stellte. Darüberhinaus war zu beobachten, dass wir während des Kongresses viele Teilnehmer vor Ort oder am Livestream neugierig gemacht hatten und das finde ich persönlich besonders interessant: Nicht nur Twitter-Profis und Facebook-Nerds haben sich am virtuellen Diskurs beteiligt, was daran erkennbar war, dass plötzlich auch Profile und User auftauchten, die sich anlässlich des Kongresses z.B. bei Twitter anmeldeten. Doch eines nach dem anderen... 

Einige Wochen vor dem Kongress begannen wir damit die verschiedenen Accounts mit Hinweisen und Informationen zu befüllen. Es gab hier und da eine Anfahrtsskizze zu posten oder eine Frage zu beantworten (»Mein Teilnehmerausweis ist noch nicht da...«). Es gestaltete sich also im Vorfeld des Kongresses als entspannter, aber auf der anderen Seite als wichtiger Schritt, nämlich auf diese Weise konnten wir signalisieren, dass wir auf Social Media setzen. Schwieriger allergings waren die Überlegungen zu einigen Rahmenbedingungen: Beispielhaft dafür ist die Wahl des Hashtags, der den Twitterdiskurs bündeln sollte.

Kleine Twitterkunde: Ein Hashtag ist ein Schlagwort, das thematisch zusammengehörige Tweets miteinander verbindet und dem immer das Nummernzeichen # voran geht. Der Twitterdienst verlinkt diese Hashtags automatisch, so dass eine einfache Suche der im Diskurs stehenden Tweets einfach ermöglicht wird. Ich nenne das in meinen Seminaren immer Kommunikationsräume, die sich mit dem Nutzen dieser Hashtags dann eröffnen: Schaue ich beispielsweise ein Fussballspiel zwischen Deutschland und Schweden, dann ist einer der Hashtags unter denen sich Tweets dazu bündeln #gerswe (für Germany und Sweden), beim Tatort ist es #tatort usw. (Mehr Informationen dazu und zu Twitter allgemein findet man hier) Da Twitter aber nur eine begrenzte Zeichenzahl zulässt, ist es nicht ganz unwichtig, welchen Hashtag man verwendet, denn #kirchehoch2 nimmt z.B. sehr viel Raum ein. Auf der anderen Seite ist sehr schnell klar wovon hier die Rede ist.
 

Schließlich entschlossen wir uns für den langen Hashtag (auch weil #kh2 durch verschiedene andere Veranstaltungen, Einrichtungen und Abkürzen belegt war) und hatten damit eine gute Entscheidung getroffen: »Kirche hoch 2« wurde zu einem Schlagwort, das auch über das Messegelände in Hannover zu einem Begriff wurde. Nicht ganz unbeteiligt an dieser enormen Verbreitung war zusätzlich auch der Livestream, den wir von den Plenarveranstaltungen senden konnten. Das erklärtes Ziel (sowohl beim Livestream, als auch dem Einsatz von Social Media) war eines, das auch gut und gerne als Untertitel der gesamten Veranstaltung hätte gelten können: Die Grenzen von Innen und Außen verwischen oder: Auch das Außen seinen Einfluss auf das Innere nehmen lassen. Twitter hat dem Kongress eine ganz neue Dimension verpasst und das ist auch der Grund, warum ich diesen Dienst besonders in mein Herz geschlossen habe. Denn der hashtag #kirchehoch2 wurde während der 3 Kongress-Tage mit großer Rezeption benutzt und ermöglichte Kommunikation auf unterschiedlichen Ebenen: 

Diejenigen, die zuhause oder an anderen Orten den Livestream verfolgten, konnten sich in eine Diskussion mit einschalten. Die Teilnehmer im Plenum konnten untereinander oder auch mit Leuten vor dem Livestream kommunizieren. Und schließlich war es dann mit den Moderatoren so abgesprochen, dass ich während der Veranstaltungen vor dem Twitter-Stream saß und Fragen und Statements herausfilterte, die dann direkt den Vortragenden und Referenten gestellt werden konnten. So entstand ein Diskurs, der jedem die Möglichkeit gab, sich zu beteiligen – eine Form von Plenarveranstaltung, die wohl die wenigsten bisher erlebt hatten oder vorstellen konnten, auch nicht unsere Moderatoren. 

Gar nicht so nebenbei: Es gab auch die Möglichkeit sich über den Einsatz von SMS am Diskurs zu beteiligen, so dass man sich dafür auch nicht unbedingt bei Twitter anmeldet musste. Diese wandelten wir automatisch in einen Tweet um und zur Verfügung gestellt wurde uns die Infrastruktur dafür von der Firma Message Mobile GmbH.
 

Nachvollziehen kann man das jetzt auch im Nachhinein noch sehr gut. Kilian Martin, einer unserer Teilnehmer hat sich die große Mühe gemacht und den Twitter-Diskurs in sechs Zeitabschnitten so gut es ihm möglich war zusammgefasst. Ich finde er hat da ganz tolle Arbeit (für uns) geleistet und verdient großen Dank! Hier also die Links: 

Doch mit dem Ende des Kongresses ist auch beim virtuellen Diskurs kein Schlussstrich gesetzt. Wir werden den Hashtag weiter benutzen, wenn es darum geht spannende Projekte, inspirierende Ideen und interessante (Vor-)Denker zu vernetzen. #kirchehoch2 geht weiter und das ist z.B. auch hier auf der Twitterwall zu sehen! 

In der nächsten Zeit werden aber auch andere Social Media Kanäle von uns einen besonderen Zweck erfüllen: So werden wir zum Beispiel auch den Youtube Kanal weiter ausbauen, denn dort werden die Aufnahmen der Plenarveranstaltungen usw. zu sehen sein. Stöbert doch einfach mal bei den bunten, kreisrunden Icons oben. 

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Kommentare

Hallo Maria,

herzlichen Dank für alles, was ihr da auf die Beine gestellt habt! Es war sehr beeindruckend, was während des Kongresses über Twitter lief. 2000 Tweets, 100 Twitterer - zum Vergleich: Vom Kongress christlicher Führungskräfte gab es vielleicht ein Dutzend Tweets, fast ausschließlich Artikelhinweise oder Werbung, an einen bestimmten Stand zu kommen. Soviel zum Thema "Führung" :) Da gibt es noch sehr viel aufzuholen...

Also: Danke für eure klasse Leistung!

LG,
Rolf

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